Short Facts

Motor

Leistung

Gewicht

Baujahr

Kilometer

V2 1187ccm

117 PS

198kg

2009

9'800

What?

Ein Powerbolzen auf zwei groben Räder. Mit diesem Modell war Moto Morini im 2009 dem Trend (und der Konkurrenz) gefühlt um fünf bis zehn Jahre voraus. Heute hat fast jeder Hersteller etwas «Scrambleriges» oder «Flat-Trackiges» im Sortiment. Das sind in der Regel etwas unvernünftige Ableitungen der jeweiligen, klassischen Naked Bikes. Als Morini damals mit dieser hier angebotenen Scrambler auf den Markt kam, war das doch eher Neuland. Stollenbereifung, edle Excel-Speichenfelgen - vorne im 19-Zoll Format - ein extrabreiter Lenker. Aber kein ausgewiesenes Offroadfahrwerk mit entsprechenden Federwegen? Und als ob das nicht schon unvernünftig genug wäre, bauten die Italiener hier doch tatsächliche den vor Kraft und Drehmoment triefenden 1200er V2 ein. Das ist mal ein cooles Statement auf zwei Rädern! Oder ist sie doch schon etwas «drüber»?

Modifikationen

Ausser kleineren Blinkern und einem Lenkerendspiegel steht diese Exotin absolut original auf ihren markanten Pneu.

Zustand

Aufgrund der geringen Laufleistung, welche im Serviceheft nachvollzogen werden kann, und der regelmässigen Pflege, welche diese Scrambler all die Jahre erhalten hat, ist der Zustand absolut einwandfrei. Dies in optischer wie in technischer Hinsicht. Zudem wurde soeben ein grosser Service inkl. Ventilspielkontrolle durchgeführt. Und auch die MFK-Prüfer müssen sich bis zum nächsten Wiedersehen noch fast zwei Jahre gedulden. Somit muss absolut nichts gemacht werden, einfach einlösen, aufsitzen und die Drehmomentbrause mit der rechten Hand aufdrehen.

First Look

Ob auf dem nächsten Töfftreff oder auch nur an der Tankstelle, diese Moto Morini fällt auch. Witzig sind dabei immer mal wieder die nachdenklichen Blicke vermeintlicher Motorradkenner, welche sich sichtlich Mühe geben, dieses Gerät markentechnisch (oder überhaupt) einzuordnen. Ja, es ist eine Exotin mit einer äusserst selbstbewussten optischen wie akustischen Präsenz. Da braucht es keinen Farbtupfer zur Aufmerksamkeitserhöhung - Schwarz und Weiss, das passt.

Der Ritt

Mit vollem Krafteinsatz bringt der doch leicht geforderte Anlasser die beiden mächtigen, und mit 12,5:1 hochverdichteten, Kolben in Bewegung. Bei den ersten Zupfern am Gasgriff steht dann sämtliche Körperbehaarung auf Kommando senkrecht nach oben. Mamma Mia, diese Stimme! Die Morini tönt ernst. Die beiden originalen Auspufftöpfe sehen nicht nur ziemlich sexy aus, sie puffen die Abgase auch mit einer Heftigkeit aus, dass jedem Pertolhead das Herz aufgeht. Und das Beste an allem: völlig legal.

 

Auf den ersten Metern, bis die Wassertemperatur etwa die 40 Grad Marke überschritten hat, gibt es einige Verschluckter in den beiden Brennräumen und es ruckelt etwas. An diesem Punkt merkt man am ehesten, dass die Scrambler kein glattgebügeltes Produkt eines grossen Herstellers ist. Ma, va bene, solche Ecken und Kanten kann man mit etwas Grosszügigkeit unter Charakterstärke verbuchen. Mit aufgewärmten Betriebsflüssigkeiten gibt es jedenfalls keinerlei Kritik an der Leistungsentfaltung oder der Gasannahme. Im Gegenteil, wie dieser mächtige V2 in allen Lebenslagen abdrückt, mach einfach richtig Bock. In den ersten zwei Gängen entwickelt das Vorderrad ernsthaften Aufwärtsdrang und auch bei höheren Geschwindigkeiten geht es richtig zügig vorwärts. Gefühlt würden diesem Dampfhammer drei Gänge reichen.

Jetzt die berechtigte Frage: Ist dieses Beschleunigungsvermögen mit den groben Reifen zu vereinbaren? Glasklare Antwort: Jein!

 

Rein aus fahrdynamischer Sicht macht das natürlich eher wenig Sinn. Mit strassenorientierten Pneu wäre die Kurvengeschwindigkeit höher, der Bremsweg kürzer, die Abrollgeräusche leiser und die ganze Fuhre würde satter auf der Strasse liegen. Aus Sicht des Fahrspasses und der Optik, passen die «Klötzlireifen» jedoch wie die Faust auf. Einen kurvigen Pass hochbrennen und die eine oder andere schwarze Linie auf den Asphalt zeichnen, das geht mit diesem Gerät bestens. Zwar nicht unbedingt für Fahranfänger geeignet, aber mit etwas Routine in Kombination mit einer Prise Spieltrieb, ersetzt diese Italienerin zuverlässig das eine oder andere Antidepressivum. Was für eine Unterhaltungsmaschine!

 

Es soll jetzt aber nicht der Eindruck entstehen, dass dieses Gerät nur zum «blöd tun» gebaut wurde. Denn die Sitzposition ist definitiv Langstreckentauglich und das Fahrwerk (hinten voll einstellbar) bietet einen guten Mix aus Sport und Komfort. Damit macht der Quickie am Feierabend genauso Spass wie die grössere Tour. Und je nach Vorliebe: Reifen wären bei Bedarf ja schnell gewechselt.

Short cut

Exotischer, italienischer Dampfhammer mit Endorphinausschüttungsgarantie.

Noch mehr Bilder von der Moto Morini findest Du in unserer Galerie. Solltest Du Fragen zu diesem Bike haben, benutze bitte das untenstehende Formular. Wir werden uns zeitnah bei Dir melden.

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