Short Facts

Motor

Leistung

Gewicht

Baujahr

Kilometer

V2 1202ccm

70PS

240kg

2012

13'900

What?

Wenn der Koffeinspiegel im Blut ins bodenlose zu fallen droht und es deshalb zum nächsten Kaffee pressiert, dann nimmt du am besten einen Racer. Dieses Exemplar auf Harley-Basis wird von einem dicken, luftgekühlten V2 befeuert, in dessen Zylinder es Platz für etwa 45 Tassen Espresso hätte. Ein Milwaukee-Eisen mit sportlicher Halbschale, Stummellenker und Solohöcker sieht man nicht alle Tage, und das ist grundsätzlich schon mal eine spannende Sache. Sie fällt auf, optisch wie akustisch, und polarisiert. Von «brutal cool» bis «das ist ja keine Harley mehr». Und wie bei vielen Umbauten ist das natürlich alles individuelle Geschmackssache. Gut so!

Modifikationen

Ja, Modifikationen gibt`s. Von der Optik über die Technik weicht einiges von der originalen Forty Eight ab. Wichtig zu wissen ist, dass dieses Bike so umgebaut zugelassen und alles Nötige eingetragen ist. Die Innereien des Motors sind noch original, das Mapping ist jedoch für gesteigerten Vorwärtsdrang der Auspuffanlage und dem Luftfilter angepasst. Auch nicht verkehrt: Es gibt alle Originalteile in einwandfreiem Zustand dazu.

Wie neu?

Man sieht, dass diesem Renner Sorge getragen wurde. Ganz kleine Spuren haben die lediglich knapp 14`000 Kilometer hinterlassen, jedoch absolut nichts, was ausserhalb der Toleranz liegt oder gar auf seitlichen Bodenkontakt schliessen lässt. Neue Pneu (die «Guten» von Metzeler) sind soeben aufgezogen worden und das Öl ist ebenfalls frisch. Es muss nichts mehr gemacht werden…ausser aufsitzen und losballern zum nächsten Kaffeekränzchen.

First Look

Bis jetzt hat diese 1200er noch niemanden kalt gelassen. Vorne hoch und hinten tief, dazu der fette Vorderreifen und die nicht ganz dezente Farbkombination sind ein Hingucker. Der Look ist konsequent durchgezogen, welcher meiner Meinung nach in der Form am besten auf der Sportster-Baureihe funktioniert. Denn diese sind grundsätzlich schmal und kompakt gebaut, zudem sind sie nicht bleischwer wie die ganz dicken Eisen aus selbigem Haus. Wobei der Begriff “Sport” ja bei Harley ein sehr dehnbarer Begriff ist. Aber mit dem Gerät soll man ja keine Rennstrecken unsicher machen, sondern höchstens die lokale Gastroszene. Und das Potenzial dazu hat dieser böse Schüttelbecher allemal.

Der Ritt

Apropos Schüttelbecher, nach dem drücken des Startknopfs und der damit verbundenen Gedenksekunde scheint fast die Erde zu beben. Also mindestens der ganze Töff und die nähere Umgebung. Dies einerseits aufgrund der Schwungmasse des Motors und andererseits wegen der Basswellen, welche aus den zwei Subwoofer-Rohren schwappen. Der eine oder andere Autobesitzer könnte sich daran stören, dass aufgrund der beschriebenen Lebensäusserungen des V2 die Alarmanlage seines Bürgerkäfigs auf vier Rädern um Hilfe schreit. Das ist politisch halt nicht ganz zweifelsfrei, aber legal. Und der Fahrer kann ja die Lautstärke mit Hilfe des Drehreglers am rechten Lenkerende steuern, sprich, die soziale Verantwortung sprichwörtlich selbst in die Hand nehmen.

 

Auf los geht`s los. Pampf! Der erste Gang ist drin und schon bei diesem simplen Vorgang weisst du, dass du auf einer Harley sitzt. Keine Angst, da ist nichts kaputt, da muss so und das ist gut so. Das uramerikanische Anfahrdrehmoment macht immer wieder Eindruck. Subjektiv könnte man damit ein Fels wegschieben, falls dieser nicht freiwillig Platz macht. Die Sitzposition ist auf den ersten Metern etwas ungewohnt, welche aber bequemer ist als es aussieht und einem irgendwie verdammt cool wirken lässt… das bilde ich mir zumindest ein, und das ist ja auch schon was. Der Beschleunigungsdruck von unten kommt wirklich sehr satt, aber noch mehr hat mich die Drehfreudigkeit überrascht. Dies ist zum Teil auch dem höheren Luftdurchfluss vom Einlass bis zum Auspuff und dem entsprechenden Motor Mapping zu verdanken. Diese 1202 Kubikzentimeter machen richtig Laune, ohne dass man damit gleich in Geschwindigkeitsregionen unterwegs ist, welche für den Fahrausweis zur akuten Gefahr werden.

 

Eine Sportster wird nie ein Handlingwunder sein, man kann es jedoch schon ziemlich fliegen lassen, so dass die Fussrasten ihre Markierungen im Asphalt hinterlassen. Die Bremse bremst und die Dämpfer dämpfen, nicht mehr aber auch nicht weniger. Das mag alles nicht perfekt sein, aber es hat unheimlich Charakter. Diese urchige Technik könnte sich ein japanischer Hersteller nie leisten, Harley jedoch hat daraus über Jahrzehnte einen Kult gemacht, welcher auch heute noch hervorragend funktioniert und dich ziemlich schnell mitreissen kann. Erklären kann man das kaum, erfahren hingegen schon. Komm vorbei und probiere es aus. Aber Vorsicht, es könnte dir den Ärmel so was von reinziehen.

Short cut

American Café To Go!

Noch mehr Bilder von diesem Kaffeerenner findest Du in unserer Galerie. Solltest Du Fragen zu diesem Bike haben, benutze bitte das untenstehende Formular. Wir werden uns zeitnah bei Dir melden.

Sold!

Formular wird gesendet...

Auf dem Server ist ein Fehler aufgetreten.

Formular empfangen.

Copyright by Gasoline Kitchen GmbH

Disclaimer