Short Facts

Motor

Leistung

Gewicht

Baujahr

Kilometer

V2 998ccm

136PS

186kg

2003

26'600

What?

Von geliebt bis verschmäht, der Ducati 999 sind bei ihrer Präsentation im Jahr 2003 alle Facetten an Emotionen entgegengeschlagen. Die Bürde, welche sie als Nachfolgerin der legendären 916er Baureihe zu tragen hatte, wog verdammt schwer. Ihr Schicksal war und ist einfach, dass sie optisch praktisch immer mit dem Vorgängermodell verglichen wird. Das wussten wohl auch die Bologneser, und deshalb wählten sie eine ziemlich konträre Formensprache. Mit den vielen Kanten sowie der mutig gezeichneten Front und dem ebenso unkonventionellem Underseat-Kastenauspuff wirkt sie definitiv eigenständig und scheint der Zeit in gewisser Weise vorausgewesen zu sein.

 

So sehr die Optik polarisiert, über die fahrdynamischen Qualitäten gab und gibt es kaum Anlass zur Kritik. Dies zeigen nicht nur diverse Vergleichstest der Fachpresse, auch in der Superbike WM war die 999er mit drei Titeln in vier Jahren überaus erfolgreich.

Nun zu unserem Exemplar: Hier präsentieren wir eine 999 S mit einer Solositzbank, welche unverbastelt im Showroom steht. Und so pornös rot, dass es einem bei direkter Sonneneinstrahlung beinahe die Pupillen in eben jener Farbe frittiert.

Modifikationen

Da insbesondere die S-Variante alles andere als Massenprodukt ist, sind wir doch ein wenig stolz, ein originales Exemplar ergattert zu haben. Da wurden nicht mal die Blinker oder dergleichen getauscht, sondern einfach so belassen, wie sie damals vom Produktionsband ausgespuckt wurde, gespickt mit ein wenig Carbon(ara). Perfekt für Fahrer mit einem gewissen Hang zum Sammeln.

Zustand

Come and see! Nebst dem zweifelsfreien Allgemeinzustand ist anzumerken, dass diese Duc soeben einen Service inkl. Zahnriemenwechsel genossen hat. Die Pneus sind so gut wie neu, auch das Kettenkit und die Bremsbeläge wurden soeben getauscht. Bei der Fahrt spürt man sofort, dass sie einfach so funktioniert, wie sie sollte. Die Verkleidung hat ganz wenige Spuren vor ihren nur 26`000 Kilometern, was aber kaum der Rede wert ist. Der originale Lack knallt noch wie am ersten Tag und Sturzspuren sind absolut nirgends zu finden. Das heisst: Einlösen, losbrennen und Spass haben!

First Look

Kaum zu glauben, dass dieses Motorrad vor knapp 20 Jahren entworfen wurde. Denn auch Heute wirkt sie alles andere als altbacken oder angestaubt. Für sich genommen (ohne den Vergleich mit der 916 im Hinterkopf zu haben), macht das Design live echt Eindruck. Sehr viele Details wirken liebevoll und durchdacht konstruiert, man werfe nur einen Blick auf die Kettenspanner an der Hinterachse oder die Formen eines vermeintlich schnöden Rückspiegels. Noch Fragen? Dann schau auf den in Carbon eingekleidete Auspuff mit den zwei ovalen Öffnungen…leider geil!

 

Auch der hinter Gittern hervorlugende Testastretta lässt kaum ein Petrolhead kalt. Das ist italienische, ultrakompakte High-End-Technik, die heute noch richtig begeistert. Gebaut, um einerseits auf der Rennstrecke Pokale einzufahren und andererseits den Strassenfahrer sich ein wenig wie ein Superbike-Werksfahrer fühlen zu lassen.

Der Ritt

Beim ersten Probesitzen kann ich es kaum glauben, dass unter mir eine 1000er auf den Rädern steht. Die extrem schmale Rahmen-Tank-Konstruktion erinnert eher an eine Cagiva Mito. Sehr faszinierend, wie kompakt dieses Superbike gebaut ist.

 

Doch schon die ersten Verbrennungstakte des Desmo-V2 blasen die 125er Gedanken vehement ins Reich der Fantasie. Das tiefe Bollern in Kombination mit dem rasseln der Trockenkupplung lässt keine Fragen mehr offen, dass hier ernsthaft Druck im Kessel ist.

 

So, erstmal piano einrollen und alle Flüssigkeiten auf Betriebstemperatur bringen. Im Alltagsverkehr besticht das Triebwerk mit sattem Drehmoment in allen Lebenslagen und auch die ganze Bedienbarkeit des Bikes hinterlässt keine Fragezeichen. Es gibt nicht allzu viele Supersport-Motorräder, welche auch in gemächlichem Tempo ein spezielles Flair versprühen. Auf mich hat diese 999S so eine Wirkung, denn sie vermittelt das Gefühl, mit einem geschichtsträchtigen, raren WM-Superbike auf der Strasse unterwegs zu sein…vielleicht bin ich aber auch einfach von Grund auf zu fest Ducati-Verstrahlt.

 

Beim engagierteren Spannen des Gaskabels wird sofort klar, dass dieser Testastretta ein Sportmotor reinsten Wassers ist. Denn die Drehfreude, der Biss und der Sound bis in den fünfstelligen Bereich hinauf sind für einen Zweizylinder der Hammer. Klar sind keine 200PS am Start, aber emotional packt dich dieses Triebwerk mit Haut und Haaren. Zudem, von null auf zwei Lappen in neun Sekunden kann sich auch heute noch mehr als sehen lassen.

 

Das goldene Schweden-Fahrwerk sowie die Italo-Stopper stehen dem potenten Vortrieb keineswegs nach, im Gegenteil. Diese Monoposto liegt auf der Strasse wie das sprichwörtliche Brett, absolut stabil und gleichzeitig mit feinem Feedback gesegnet. Das fördert das Vertrauen in die fahrdynamischen Fähigkeiten dieser roten Italienerin enorm. Den wirklichen Grenzbereich eines solch potenten Töff sollte man aber besser auf einer radarfreien Rennstrecke ohne Gegenverkehr austesten.

 

Eine gewisse, sportliche Kompromissbereitschaft bezüglich der Bequemlichkeit muss man schon mitbringen…aber das ist ja auch kein Reisekoffer, sondern die Basis eines WM-Superbikes.

Mein Fazit: Auch wenn die Optik die Geister scheidet, fahrdynamisch gesehen macht sie eigentlich alles besser als ihre Vorgängerin. Die sportliche Evolution ist klar gelungen. Zudem versprüht sie eimerweise roten Charme, wetten?

Short cut

Optisch revolutionär, technisch evolutionär, emotional der Börnär.

Noch mehr Bilder von der 999s findest Du in unserer Galerie. Solltest Du Fragen zu diesem Bike haben, benutze bitte das untenstehende Formular. Wir werden uns zeitnah bei Dir melden.

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