Short Facts

Motor

Leistung

Gewicht

Baujahr

Kilometer

V2 1584ccm

71PS

303kg

2008

12'800

What?

In unserer Abteilung für dunkle Gestalten steht jetzt eine 2008er Night Train aus der Softtail-Baureihe, schwarz wie die Nacht. Befeuert wird dieser Nachtzug nicht via Hochspannungsleitung des ÖV-Netz, sondern durch hochoktanige Explosionsflüssigkeit, welche im Twin-Cam-V2 zum Drehmomentberg umgewandelt wird. Da es sich hier um eines der späteren Modelljahre handelt, ist dieses Gerät schon mit dem 96 Cubic Inch Kraftwerk ausgestattet. Das macht beinahe 1,6 Liter Hubraum und verspricht satten Druck in allen Lebenslagen.

Modifikationen

Eine komplett originale Harley ist mir so gut wie noch nie ausserhalb eines Showrooms für Neufahrzeuge begegnet. Da macht diese Night Train keine Ausnahme. Es ist nicht allzu viel verändert, aber es ist an den richtigen Stellen angesetzt worden. Für standesgemässen Sound und Optik kümmern sich die beiden pechschwarzen Ofenrohre von «Dr.Jekill&Mr.Hyde». Zudem ist eine massive, nicht ganz originale Lenkstange verbaut…mit Betonung auf «Stange». All den Klein-Zierrat aufzuzählen, würde doch etwas ausufern, zu erwähnen ist aber sicher noch das handwerkliche Kunstwerk von einem Luftfilter aus dem Hause «Midland-Choppers» sowie die dezent gesteppte Sitzbank im Flammen-Look und die passende Ledertasche auf der linken Seite.

Wie neu?

Technisch steht sie absolut Top da, denn es wurde kürzlich ein umfangreicher Service durchgeführt, mit allem was diese Harley nach 12 Lebensjahren gebraucht hat. Auch die Vorführung auf dem MFK-Laufsteg hat sie mit Bravour gemeistert. Das Einzige, was man ihr optisch ankreiden kann, ist eine kleine Kampfspur an der rechten Tankseite. Dies ist kein Sturzschaden, sondern da wurde sie einfach einmal auf die falsche Seite parkier Kann bei über 300kg halt einfach mal passieren. Diese Narbe schient sie aber mit Würde zu tragen und falls es jemand wirklich stören sollte: Wir kennen da einen guten Schönheits-Chirurgen.

First Look

Wie unschwer zu erkennen: Bad-Ass-Black! Diese dunkle Erscheinung wird stellenweise von Chrombauteilen unterbrochen, richtige Farbe sucht man jedoch vergebens an dem Gerät. Auch der Antrieb ist in nachtschwarz gehalten, ebenso wie der Öltank, der Rahmen samt Schwinge sowie die Tachoeinheit auf der Tankkonsole. Optisch wirkt der Chopper ziemlich unverwechselbar und lang, was vor allem das 21-Zoll Vorderrad sowie die etwas gestreckte Telegabel ausmacht. Der fette 200er Hinterreifen als Kontrast steht dem in nichts nach, welcher durch den Bobtail-Fender und die Aufhängung im Starrahmen-Look stilecht zur Geltung kommt. Alles in allem eine kompromisslose Erscheinung, wo die Linie konsequent durchgezogen wurde. Jetzt aber genug drumherum gewandert, es ist Zeit um aufsitzen.

Der Ritt

Absitzen passt jedoch wesentlich besser als aufsitzen. Denn der Allerwerteste nimmt tief unten Platz. Sobald der Motor zum Leben erweckt wird, kann der eine oder andere Subwoofer ziemlich schnell einpacken. Nicht unbedingt aufgrund von einer asozialen Lautstärke, sondern eher wegen der unterirdisch tiefen Frequenz. Das macht Eindruck und zieht die Mundwinkel magisch nach hinten. Beim Einlegen (oder eher reintreten) des ersten Gangs weiss man unweigerlich, dass man auf einem Milwaukee- Eisen sitzt. Pampf!!! Aber keine Angst, das muss so sein und geht auch nicht kaputt. Es ist halt kein High-Tech-Getriebe und hier sind die Zahnräder noch in aller Deutlichkeit zu spüren.

 

Nochmals ein paar Worte zur Sitzposition, welche in Fahrt einfach nur cool rüberkommt. Die Fäuste sind auf dem Drag-Bar-Lenker entschieden in den Wind gerichtet, die Füsse nach vorne gestreckt und der Arsch sitzt tief im Sattel. Das ist natürlich keine fahrdynamische Position, aber zum Kurvenheizen ist das Eisen ja auch nicht gemacht. Trotzdem muss man sich vor Biegungen im Asphaltband nicht fürchten, denn die Fuhre geht schon rum und das auch sehr stabil. Kein Wunder bei der Länge, der Masse und der Fahrwerksgeometrie. Richtig Eindruck macht aber der Drehmomentgenerator unter dem Tank. Druck ist immer vorhanden, einfach die Brause an der rechten Hand aufdrehen und es geht mit Schmackes vorwärts. Das relativ lang übersetzte Getriebe, und insbesondere der 6.Gang als Overdrive, passt perfekt zur Motorcharakteristik. Die parallele Entschleunigung im Kopf passiert sozusagen automatisch und sehr zuverlässig, egal in welcher Stellung sich die Drosselklappe befindet und mit wie vielen Umdrehungen sich die Kurbelwelle gerade dreht. Cruising vom Feinsten.

 

Es erstaunt mich immer wieder, wie authentisch sich die Bikes von Harley Davidson fahren und wie unverkennbar sie sich über Jahrzehnte hinweg anfühlen. Klar, das muss man mögen, so wie nicht jeder mit 200PS und Stummellenker glücklich wird. Aber bevor man sich ein Urteil bildet, ist eine Fahrt mit solch einem urchigen V2 echt zu empfehlen. Und dieses Modell hier verkörpert das Harley-Feeling ziemlich ungefiltert, wovon du dich gerne bei einer Probefahrt überzeugen lassen kannst.

Short cut

So macht Zugfahren Spass!

Noch mehr Bilder von dem Nachtzug findest Du in unserer Galerie. Solltest Du Fragen zu diesem Bike haben, benutze bitte das untenstehende Formular. Wir werden uns zeitnah bei Dir melden.

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