Short Facts

Motor

Karosserie

Getriebe

Antrieb

Zulassung

Kilometer

5.0L V8

Coupé

Automatik 4 Gänge

hinten

Veteran

167'000

S-klassig

Eine W126 S-Klasse war schon immer etwas Besonderes. Sie bot einen Ausblick darauf, was in den kommenden Jahren als Standards für den Rest der Automobilindustrie gelten könnte. Auch dieser 500 SEC aus dem Jahre 1984 bietet viele jener angenehmen Dinge, welche wir heute im alltäglichen Autofahrerleben als völlig normal empfinden. Eine Sitzheizung zum Beispiel. Oder ABS. Elektrisch verstellbare Sitze. Ein elektrisches Schiebedach. Er bietet aber auch Dinge, die man so heute nicht mehr wahrnimmt. Türen, die mit einer unmissverständlichen Endgültigkeit ins Schloss fallen. Echtholz. Und ein Fahrgefühl, welches nur ein Mercedes mit einem dezent vor sich hinbrummelnden V8 bietet.

Fahren

Autos sind zum Fahren gebaut. Und auch dieser SEC wurde seiner Bestimmung entsprechend gefahren, in den letzten 34 Jahren rund 167 Tausend Kilometer und das mag jetzt nach viel klingen, aber das sind nicht mal fünf tausend Kilometer pro Jahr. Fast schon schade eigentlich, denn dieses Coupé lädt zu einer Fahrt ein wie kaum ein anderes Auto. Man nimmt sich gerne Zeit für den langen Benz und das fängt schon beim Einsteigen an, wenn man die Tür schliesst und den Insassen vom Gurtbutler langsam und leise der Sicherheitsgurt gereicht wird. Nicht nur das macht diesen Mercedes überaus charmant.

Angenehmes

Es ist schlicht beeindruckend, wie sich dieser 34 Jahre alte Kamerad fährt. Man sollte es ja tunlichst vermeiden, alte Autos mit dem geltenden Massstab an modernen Autos zu messen. Hier jedoch wird der Spiess in der einen oder anderen Hinsicht umgedreht. Elektrische Sitze, Klimaanlage, Sitzheizung, Tempomat etc. kennt man ja, das kann heute jeder mittelprächtig ausgestattete Kleinwagen. Wo der SEC aber auch heute noch eine solide Marke setzt, dies ist beim Fahrkomfort und vor allem der Laufruhe. Dieses Auto ist gerade auch auf Autobahnen dermassen leise, dass es den Insassen die Sprache verschlägt. Wirklich, man kann sich in diesem Auto auch flüsternd unterhalten, während der Nachwuchs auf der üppigen Rückbank ein Nickerchen hält. Kein Windgeräusch, kein Klappern, kein aufdringliches Motorengeräusch veranlasst die Insassen dazu, ihre Stimme zu erheben. Apropos Motorengeräusch, natürlich kommt der Sound des V8's nicht zu kurz. Unter Last produziert das Triebwerk den charakteristischen Klang eines Achtzylinders, um dann unter Teillast wieder dezent in den Hintergrund zu treten. Und auch damit qualifiziert sich dieses Auto zu einer Meisterleistung der Entwicklungsabteilung von Mercedes Benz. Dass sich ein 34 Jahre altes Auto immer noch so gut, entspannt, souverän und auch überraschend handlich fährt spricht für den Stern.

Der Innenraum

Wir befinden uns in Stuttgart im Jahre 1984. Im Fernsehen lief gefühlt jede Woche "Wetten dass...", Wohnräume wurden dominiert von massiven Schrankwänden aus dunklem Holz und am Boden lag meist Teppich. Viel Teppich. Und so ist das auch im SEC. Die Echtholzeinlagen und das Lenkrad aus demselben Rohstoff vermitteln Wärme und Wertigkeit. Dort wo heute Kunststoffe die Oberflächen dominieren, wurden in diesem Innenraum grosszügig Textilien verwendet. Und darin gründet auch die Ruhe dieser S-Klasse, die Unmengen an weichen Stoffen dämmen die Welt da draussen komplett weg. Muss man wirklich gesehen und erfahren haben.

Dynamik

Vorweg, der Fünfliter V8 hat 231 PS und rennt bei Bedarf mit 225 Sachen dem Horizont entgegen. Für angemessene Beschleunigung sorgt nicht nur der drehmomentstarke Motor, sondern auch das für heutige Verhältnisse sehr geringe Fahrzeuggewicht von 1700kg. Als Vergleich, ein gut ausgestatteter Passat bewegt sich heute in der selben Gewichtsklasse. Und jetzt kommt das, was man von einem 34 Jahre alten Daimler nicht vermuten würde. Das Auto fährt sich tatsächlich agil, nicht nur für die Verhältnisse von 1984. Lenkbefehle gehen zügig von statten und die Karrosse bleibt auch bei Lastwechseln völlig frei von Wankbewegungen. Das Fahrwerk dämpft einfach alles, was im modernen Strassenbau so schiefläuft, weg und geht dann sofort wieder zurück in die Ruhestellung. Trotz der sportlichen Attitüde dieses Coupés ist man nur in geringem Masse versucht, das Gaspedal in den Fussraum hineinzudrücken und den grossen Benz fliegen zu lassen. Vor allem die Zuversicht, dass man denn könnte, wenn man wollte, lässt den Fahrer entspannt in den weich gepolsterten Velourssitz gleiten. Dieser Zuversicht zuträglich ist auch die standfeste Bremse mit ABS. Bei Bedarf verzögert der SEC vehement und frei von überraschenden Richtungswechseln. Ein Auto aus einer Zeit, in welcher noch kein ESP dabei geholfen hat, das Auto in Grenzsituationen auf der Strasse zu halten. Damals mussten die Ingenieure eine Menge Energie in die Entwicklung eines Fahrwerks investieren und man merkt, bei dieser Baureihe 126 hat man die Hausaufgaben richtig gut gemacht. Das Auto fährt sich zwar nicht wie eine Burg, aber vermittelt jene Sicherheit. Immer.

 

Der SEC macht wirklich Spass. Trotzdem, dass er keinen feuerspuckenden V8 aus dem Hause AMG unter der langen Haube hat. Trotzdem, dass seine Servolenkung etwas mehr Kraft benötigt als in einem verbrauchsoptimierten Kleinwagen. Er glänzt durch seine Souveränität und beeindruckt durch dieses Gefühl, dass man hier einen echten Mercedes fährt. Aus einer Zeit, als der Stern das unumstössliche Mass der Dinge war und die Mitbewerber nur noch hinterherfahren konnten. Wen wundert's.

Es mutet auch ein wenig paradox an, wenn man dieses Auto bewusst fährt und erfährt. Einerseits hat man im Hinterkopf, hier einen 34 Jahre alten Klassiker zu fahren, andererseits fühlt er sich alles andere als "klassisch" an. Lenkung, Fahrwerk, Motor, die Komforttechnik, all dies funktioniert so, wie man es auch von einem modernen Auto erwartet. Und dies tut der SEC mit einer Gelassenheit, dass es fast schon als überheblich durchgeht. Dieses Auto scheut den Vergleich zu einem modernen Benz nicht. Er mag vielleicht etwas barock daherkommen mit all seinem Holz, Teppichen, Velours und dem Chrom. Aber wenn es darum geht, ein Fahrerauto zu sein, da steckt das grosse Coupè so manch modernes Auto in die Tasche. Ob wir lieber 1000km in einem modernen SUV oder im SEC machen würden? Ganz klar, wir nehmen die S-Klasse! Der Schlitten rockt einfach.

Zustand

Das Auto hat die letzten 34 Jahre nicht ohne Gebrauchsspuren weggesteckt. Die Stossstange hinten hatte das eine oder andere mal Feindkontakt. Die Türgriffe innen glänzen, weil halt schon etwas abgegriffen. Das Holz am Handschuhfachdeckel könnte mal etwas Liebe von einem Möbelschreiner vertragen. Dinge, welche aber der Freude an diesem alten Haudegen keinen Abbruch tun. In den ersten Jahren war das Auto treffend zu seinem damaligen Image in den Händen eines Unternehmers aus Zürich aus dem Geschäftsbereich "sexuelle Dienstleistungen". Und in letzten Jahren war das Auto in der Hand eines Kenners und Liebhabers, dieser hat keine Kosten und Mühen gescheut, den SEC gut in Schuss zu halten. Davon zeugen eine Menge Belege und ein sauber gestempeltes Serviceheft. Das Auto ist also kein restauriertes Fahrzeug, sondern ein echter Überlebender. Ein echter Zeuge davon, wie ein 34 Jahre alter Daimler dastehen kann, wenn man ihn einfach ein bisschen gerne hat. Und dieser Benz wurde ganz offensichtlich heiss geliebt, wir schliessen uns dieser Liebe gleich mal an.

Originales und Originelles

Das Auto ist abgesehen vom Lenkrad, den Rädern und einer dezenten Tieferlegung durch Federn von AMG im Werkszustand, Dinge welche in den 80ern gerade an diesen Autos oft zu finden waren. Das Auto wurde von Mercedes Fachwerkstätten gewartet, repariert und gut in Schuss gehalten. Die Ausstattung und die Erstauslieferung in der Schweiz ist belegt und auch in den Fahrzeugunterlagen nachvollziehbar. Für die Unterhaltung sorgt ein Kassettenradio und als Bonus gibt es noch eine Handvoll Musikkasetten dazu. Wirklich, während unserem Shooting und den Fahrten zwischen den Locations haben wir zumindest eine jener Bandkonserven gehört. Und es hat diesem Auto wirklich die Kirsche aufgesetzt, die intensive Fahrt, diese Musik dazu, willkommen in den 80ern!

Technisches und Optionen

Die Decodierung des 500 SEC ergibt folgendes an Ausstattung;

 

  • 240 AUSSENTEMPERATURANZEIGE
  • 256 HINTERACHSE MIT SPERRDIFFERENTIAL
  • 260 TYPKENNZEICHEN AUF HECKDECKEL - WEGFALL
  • 410 SCHIEBEDACH ELEKTRISCH
  • 430 KOPFSTUETZEN IM FOND LINKS UND RECHTS
  • 440 TEMPOMAT
  • 470 ANTIBLOCKIERSYSTEM (ABS)
  • 504 AUSSENSPIEGEL RECHTS ELEKTRISCH EINSTELLBAR (LL)
  • 532 ANTENNE AUTOMATISCH OHNE RADIO
  • 543 SONNENBLENDE MIT MAKE-UP SPIEGEL LINKS UND RECHTS BELEUCHTET
  • 552 EINBRUCH- UND DIEBSTAHLWARNANLAGE FUER DIE SCHWEIZ
  • 581 KLIMATISIERUNGSAUTOMATIC
  • 597 WÄRMEDÄMMENDES GLAS, WINDSCHUTZSCHEIBE BANDFILTER
  • 603 SCHEINWERFER-WISCHERANLAGE UND ÖL FÜR HINTERACHSE MIT SPERRDIFFERENTIAL IN KANISTER UND DOSEN
  • 628 SCHWEIZ-AUSFÜHRUNG
  • 630 ECE - WARNDREIECK
  • 673 BATTERIE MIT GROESSERER KAPAZITAET
  • 804 MODELLJAHRWECHSEL, DIE LETZTE ZIFFER ZEIGT DAS JEWEILIGE NEUE MODELLJAHR AN
  • 812 HECKLAUTSPRECHER
  • 873 SITZHEIZUNG FAHRERSITZ LINKS UND RECHTS

 

Und was dazu zu sagen ist, alles in diesem Auto funktioniert so wie es sollte. Abgesehen von der Alarmanlage, die hat uns zum gestrigen Tag noch etwas Kopfschmerzen bereitet. Aber das schauen wir uns definitiv noch an. Apropos anschauen, das Auto kommt per April 2018 mit dem Segen der schweizerischen Motorfahrzeugkontrolle. Wir konnten in den paar Stunden, in welchen wir diese S-Klasse bewegt haben, keine Defekte feststellen. Die Klimaanlage bläst kräftig und kalt, die Fenster gehen alle rauf und runter, die Zentralverriegelung geht, das Schiebedach öffnet und schliesst lautlos. Dem Lack werden wir vor dem Verkauf noch eine Sonderbehandlung gönnen.

 

Und noch etwas persönliches; für mich war der W126 das erste Auto, in welchem ich über 200 gefahren bin. Es war das Auto, welches in meinen Kindertagen die nächtlichen 500km an die Adria in den Urlaub absolut mühelos und entspannt abgespult hat, während Italien und dessen Landschaft am Fenster vorbeigeglitten ist. Dieses Auto hat für mich als Petrolhead den einen oder anderen Massstab gesetzt, welche ich heute noch bei Autos ansetze. Deswegen, nach über 30 Jahren, ich ziehe meinen Hut davor, was Daimler damals auf die Räder gestellt hat. Wahrhaftig; Heiligs Blechle!

CHF 24'500

Noch mehr Bilder dieses feudalen Coupés findest Du in unserer Galerie. Solltest Du Interesse an oder Fragen zu diesem Fahrzeug haben, benutze bitte das untenstehende Formular. Wir werden uns selbstverständlich zeitnah bei Dir melden.

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