Short Facts

Motor

Karosserie

Getriebe

Antrieb

Zulassung

Kilometer (abgelesen)

5.1L V8

Coupé / Roadster

3-Gang Automatik

Heck

Veteran

80'000

Wenn Vögel donnern...

… dann sollte man sie von den Bohnen fernhalten und vor allem, sie nicht im Haus halten. OK, das sollte man Vögel sowieso nicht, Piepmatze jeglichen Ausmasses wollen fliegen und nicht gegen Fernseher, Fenster oder Fritteusen klatschen. Die müssen an die frische Luft. Und wir kennen uns mit Vögeln aus, keines dieser gefiederten Fahrzeuge wollte lange bei uns im Showroom bleiben, die möchten raus, Freiheit, unendliche Weiten und vor allem, möglichst nicht in das Rolls Royce Triebwerk Nummer drei einer Boing 747 reingezogen werden. Flambiertes Frikassee ist nicht jedermanns Sache.

 

Weg von der Biologiestunde, zurück zu den harten Fakten und ebenso harten Stossstangen der 50er Jahre. Der Thunderbird war die amtliche Antwort von Ford auf die erste Generation der Corvette. Und es war eine ziemlich gute Antwort, hatte GM bei der Vette einen eher müden Sechszylinder mit angemalten Ventildeckeln aus einem Truck für das Mass der Dinge erklärt, hatte Ford etwas anderes im Kopf. V8. Für weniger tun’s die ikonischen Amerikaner auch nicht nur ganz wenige Fahrzeuge dieser Zeit haben sich einen Platz in der Automobilgeschichte gesichert, so gut wie keine hatten dabei weniger als acht Zylinder. Und dieses spezielle Exemplar hat den Upgrade V8, also 312 statt 292cui und damit 225 statt 195 PS.

Hollywood Cruiser

Wenn man an eine Diva aus den 50ern denkt, dann ist da eigentlich nur eine, zumindest amerikanische, Ikone im Hinterkopf eines Jeden; Marylin Monroe. Und bevor man jetzt an puren Glamour und die grosse Bühne denkt, Norma Jeane Mortenson war das, was man heute als Petrolhead bezeichnet. Sie konnte nicht nur Weiblichkeit, und Sexyness, gepaart mit Intelligenz in einem damals ungewohnten Ausmass, sie konnte auch Benzin. Eine Menge legendärer Autos zierte ihre Einfahrt über all die Jahre bis hin zu ihrem tragischen Tod und nicht zuletzt, auch ein Ford Thunderbird.

 

Und damit war sie nicht alleine. Viele Promis jener Zeit holten sich dieses wunderschöne Cabrio nach Hause. Elvis Presley. Spencer Tracy. Bing Crosby. Nancy Sinatra. Und auch Halle Berry, Barbra Streisand, John Travolta, Oprah Winfrey und Doris Day wussten die Formen, den V8 und den eleganten Auftritt des Thunderbird nicht nur vor dem roten Teppich zu schätzen, auch abseits jener von Blitzlichtgewitter gefluteten Bodenbelägen wurden die Qualitäten des kompakten Zweisitzers mehr als geschätzt. Der Thunderbird der ersten Generation war Everybody’s Darling und das ist auch heute noch so. Kaum jemand kann den Blick von diesem Auto emotionslos abwenden und dann einfach in seinen mausgrauen Volvo einsteigen.

Soft-Ice

Also wenn ein Auto dieselbe Charakteristik von einem Vanille Soft-Ice hat, dann dieser cremeweisse Thunderbird. Sowohl das kühl servierte Lebensmittel als auch der Thunderbird haben so einiges gemeinsam. Beide sind in vielerlei Hinsicht sanft, weich, schmeichelnd und irgendwie etwas, was jeder mag. Vor allem, wenn man ca. sieben Jahre alt ist (körperlich oder auch im Kopf), Dieses Auto schmeichelt allen Sinnen, nicht nur der Optik, wo er mit sanft geschwungenen Formen und einem perfekten Glanz eine fast schon magnetische Anziehungskraft ausübt. Auch die Akustik ist mehr als schmeichelhaft. Der V8 ist unaufdringlich, aber unverwechselbar in seinem Sound und wer sich im Cruisingmodus bewegt, der wird belohnt mit einem jener Frequenzbereiche, welche eine entspannte, zufriedene Katze in den Schoss hineinvibriert. Dieses Auto kann, trotz den gefiederten Wurzeln, das entspannte Wesen eines felinen Lieblings dermassen gut transportieren, dass man versucht ist, sich den kompakten Ford ins Wohnzimmer zu holen, sich in ihn reinzusetzen und ihn zu starten. Wären da nicht a) Türen mit zu geringen Ausmassen und b) diese blöde Thematik mit übermässig vorhandenem Kohlenmonoxid und der damit verbundenen reduzierten Lebenserwartung in geschlossenen Räumen. Ach doof. Trotz dieser lebensverachtenden Eigenschaften; der Thunderbird hat Potential um das Leben schöner zu machen. Wirklich.

Der Innenraum

Es lässt sich nicht verleugnen, die absolut originale Farbkombination, welche sich damals der Erstbesitzer ausgesucht hat, ist so weiblich wie es eben damals Marylin Monroe war. Und das ist nicht falsch zu verstehen; es geht nicht immer nur um hochgeblasene Röcke und aufgepushte Oberweiten. Es geht um Stil, der Sicherheit dessen und dem Auftritt als Ikone, den Legendenstatus, die Unverwechselbarkeit. Niemand käme auf die Idee, die Monroe mit Instafiltern, Silikon und dem Dschungelcamp in Verbindung zu bringen. Hollywood hatte schon immer eine Menge von einem Fassadenbauer, aber trotzdem war in den 50ern noch vieles echter, als es heute der Fall ist.

 

Es ist dasselbe mit diesem Innenraum. Er ist unschuldig weiss, lippenstiftrot und flankiert von Schmuck in Form von Chrom, strukturiertem Aluminium und viel Licht. Im Bedarfsfall von unendlich viel Tageslicht. Man mag bei der Verbindung von Erotik und Autos so manche und vor allem, viele falsche Wege gehen, aber hier ist die Kombination mehr als jugendtauglich, aber dennoch angenehm lasziv.

 

In diesem speziellen Fall hat man dem Innenraum bei der Restauration jene Aufmerksamkeit geschenkt, welche man 1956 schon im Werk auf dem Zeichenbrett hatte. Alles ist so, wie es damals bei der Bestellung geordert wurde. Und es ist auch alles so, wie es damals aus der Halle gerollt ist, alle Schalter und Armaturen leuchten hell, jedes Ding ist an seinem Platz und verrichtet seine Funktion. Die elektrische Sitzbank lässt sich stufenlos in jede erdenkliche Position bringen, der Kompass zeigt die Richtung, die Tachonadel ist frei von nervösem Zittern. Kein Defektes Lämpchen, kein abgewürgter Schalter und kein gerissenes Stück Leder trübt den Eindruck, welchen dieses Auto auch von aussen macht.

 

Alles in allem ist dieser Innenraum ein schöner Platz zum Sein und vor allem, um die Sorgen des Alltags zuverlässig im Rückspiegel verschwinden zu lassen. Untermalt von dem wunderschön entspannt, aber dezent klingenden V8. Ausser, man hat einen schweren rechten Fuss.

Dynamik

1956 war Dynamik ein anderer Massstab. Es gab keine Lambos, Koenigseggs und Bugattis mit 16 Zylindern und vier Turboladern. Es gab, vor allem in den USA, V8’s. Und im Falle des Thunderbirds gab es diesen mit 312 Cubic Inches. Und damit stieg der Thunderbird in die Liga der Sportwagen auf. Der 300 SL hatte gerade mal drei Liter, und das bei plus/minus vergleichbarer Leistung. Klar, war der Flügeltürer das erste Hypercar seiner Art, aber dennoch, Hubraum war King. Und damit war auch Drehmoment die Spitze des Speers, welcher souverän blubbernd durch den Strassenverkehr gerollt ist.

 

Der Thunderbird war nicht von Grund auf konzipiert auf die Zeitenjagd, er war mehr die flotte Stilikone, das Must-Have aller Promis, die schnellere Alternative zu der Corvette. Aber man muss das relativieren, der T-Bird ist nicht schnell im konventionellen Anspruch jener Zeit. Er war mehr ein Cruiser mit ordentlichen Reserven, wer mochte, konnte den kompakten Ford völlig entspannt durch die Hügel von Kalifornien bewegen, wer aber auf Krawall gebürstet war, der konnte auch per schwerem Gasfuss das kleine Coupé ordentlich fliegen lassen. Ohne Missverständnisse provozieren zu wollen, aber das Auto ist beim Kickdown erstaunlich temperamentvoll. Eingebremst wird man lediglich durch die eher rudimentär ausgelegte Bremse, die Reifen in Bratwurstdimension und dem Fahrwerk, welches jedes Bobbycar aussehen lässt wie eine Lotus Exige mit KW3 Gewindefahrwerk. Der T-Bird kann gerade schon schnell, aber für die Kurvenhatz gibt es wesentlich besser geeignete Autos. Der T-Bird ist in seiner Seele ein Cruiser mit dem dazugehörigen Klangteppich seines V8s.

Die Lenkung ist, typischerweise für ein Auto aus dieser Zeit und dessen geografischer Herkunft natürlich reichlich servounterstützt. Abgesehen von der typischen Taubheit solcher Konstrukte lässt sich das Auto aber trotzdem zielgenau über die Strassen bewegen, auch das Rangieren wird so zum Zweifingerspiel und dabei hilft die überraschend gute Übersichtlichkeit. Und diese wäre dann übrigens noch variabel, man kann das Hardtop selbstverständlich entfernen und damit hat man dann einen reinrassigen Roadster. Ein Stoffverdeck wurde zu diesem Auto allerdings nie eins geordert, man muss sich also vor Aufbruch zur Ausfahrt dazu entscheiden, möchte man denn Coupé- oder Roadsterfeeling haben.

Zustand

Der Zustand ist technisch wie optisch mehr als einwandfrei. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass das Auto nach dem Import in die Schweiz umfangreich restauriert wurde. Hierfür wurde das Auto komplett zerlegt, die Karosserie vom Rahmen gehoben (Frame-Off) und einmal komplett neu aufgebaut. Hierzu gehörte auch der komplette Unterboden, sämtliche Gummis wurden ersetzt und am Schluss wurde alles hohlraumversiegelt und damit für viele Jahre gegen Rost geschützt. Die Karosserie wurde komplett neu lackiert, einzig das Hardtop hat man aufgrund der schon sehr guten Lacksubstanz nicht neu lackiert, jedoch wurden auch dort sämtliche Gummis vorsorglich ersetzt. Rundherum ist Lack und Blech zu finden und gestützt wird dieser Eindruck, dass die Spaltmasse fast schon untypischerweise für so ein Auto sehr gut sind. Rundherum finden sich keine Dellen, Kratzer, Blasen oder sonstige unschönen kosmetisch geprägten Kritikpunkte. Das üppige Chrom rundherum ist in perfektem Zustand, auch die Zierteile sind frei von Dellen und Makeln und sind passgenau verbaut. Lediglich der fahrerseitige Aussenspiegel offenbart auf den zweiten Blick etwas Patina.

 

Am Unterboden setzt sich der gute Eindruck von oben fort. Rost ist sowieso nirgends zu finden, dafür viele Neuteile in Form von Gelenken, Gummis, Schläuche und Bremsleitungen. Spuren von Schweissarbeiten sind, obwohl definitiv einiges geschweisst werden musste, keine zu finden. Dies spricht für eine sehr saubere und gewissenhafte Arbeit ohne Rücksicht auf Zeit oder finanzielle Druckstellen.

 

Der Motor wurde ebenfalls komplett revidiert, dazu gehörten auch neue Kolben und sinnvollerweise wurden die Zylinderlaufbahnen haben einen Kreuzschliff erhalten. Im Zuge dessen hat man die Zündung zugunsten der Zuverlässigkeit auf elektronische Steuerung umgebaut und das zeigt sich bei jedem Start; das Auto startet immer zügig und ohne Zicken, nicht selbstverständlich bei solch alten Maschinen. Die originale Servopumpe wurde ebenfalls revidiert und zum Schluss wurde die kerngesunde Maschine noch mit neuen Schläuchen und Dichtungen bestückt. Nicht dass dann so ein 5.- Teil der Ausfahrt ein frühzeitiges Ende bereitet. Achja, Getriebe: revidiert. Und das merkt man, schaltet seidenfein, der Kickdown funktioniert zügig und der Kraftschluss ist wie er sein muss. Kräftig.

 

Im Innenraum wurde ebenfalls vieles erneuert, jedoch hat man an vielen Stellen bewusst das eine oder andere patinierte Teil belassen, man darf ja auch durchaus sehen und riechen, dass es sich hier um ein ehrwürdiges, altes Auto handelt. Beim Tachoglas mit Durchlicht hat man die km/h-Skala nicht einfach aufgeklebt, sondern aufwendig gravieren lassen. Die Teppiche, die originalen Gummifussmatten und die Sitze haben (sehr) geringe Spuren der Nutzung, jedoch keine Schäden, Risse, Löcher, Schrammen oder sonstige störenden Macken. Im Dachhimmel des Hardtops finden sich, bei genauer Betrachtung, ein paar wenige Risse im Lochmuster. Jedoch auch da, es hängt, flattert oder krümelt nichts. Die Zierteile und die Türtafeln mit Aluminiumeinlagen geben keinen Anlass zur Klage. Das Lenkrad hat keinen einzigen Riss.

 

Die Elektrik ist in sämtlichen Bereich einwandfrei. Scheinwerfer und Rückleuchten leuchten gleichmässig hell. Auch innen leuchten alle Schalter, Armaturen, Anzeigen und die Innenraumbeleuchtung absolut einwandfrei und hell. Die vierfach elektrisch verstellbare Sitzbank funktioniert einwandfrei und in alle Richtungen ohne schlimme Geräusche. Die Uhr tickt mehr oder minder hörbar und geht erstaunlicherweise auch ziemlich genau.

 

Die Bereifung wird vor der Übergabe, also auch nach einem ausführlichen letzten Check, komplett erneuert.

Originales und Originelles

Das Auto entspricht zum heutigen Tag und nachvollziehbar, dem Auslieferungszustand. Das beinhaltet die Innen- und Aussenfarbe sowie die sehr üppigen, verbauten Optionen:

 

• Lackierung in Colonial White

• Interieur in Weiss/Rot

• die optionale 312cui Maschine (statt 292cui)

• Chrome Engine DressUp Kit

• Ford-O-Matic 3 Speed Automatikgetriebe

• Bremsen mit Bremskraftverstärker (Powerbrakes)

• Servolenkung

• Getöntes Sicherheitsglas

• Continental Package mit dem heckseitig angebauten Ersatzrad

• Hardtop

• Elektrisch4-fach elektrisch verstellbare Sitzbank

• Town and Country Radio

• Zusatzheizung (Magic Air Heater)

• Weisswandreifen

• Radhausabdeckungen hinten

• Radkappen in Chromoptik

• Scheibenreinigungsanlage

• Aussenrückspiegel

• Spezial- Benzin- und Vakuumpumpe

• Sicherheitsarmaturenbrett gepolstert (Lifeguard Padded Instrument Panel)

• Gepolsterte Sonnenblenden (Lifeguard Padded Sun Visors)

• Windabweiser aus Sicherheitsglas an beiden Seiten

• Rückfahrlichter

 

Das Auto ist also nicht nur vollumfänglich original, sondern quasi auch voll ausgestattet. Lediglich bei den elektrischen Fenstern hat man damals das Kreuz (bewusst oder unbewusst?) nicht gemacht. Achja, der auf dem Armaturenbrett verbaute Kompass ist ebenfalls nicht ab Werk dabeigewesen, ist jedoch ein zeitgenössisches Detail, quasi das Navi der 50er Jahre.

Noch mehr Bilder dem T-Bird findest Du in unserer Galerie. Solltest Du Interesse an oder Fragen zu diesem Fahrzeug haben, benutze bitte das untenstehende Formular oder ruf uns unter untenstehender Nummer an. Wir werden uns selbstverständlich zeitnah bei Dir melden.

 

Gruss aus der Küche

Markus

CHF 78'000

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